Atlan 690: Der Strahlende




Atlan 690: Der Strahlende

Beitragvon Goettrik » 28.05.2018, 09:31

Atlan 690: Der Strahlende ; Die Jagd in der Sonnensteppe / von H. G. Francis

Handlung:
Im November 3818 n. Chr. kehrt Uruc nach einer langen Odyssee durch Alkordoom zu seiner Heimatwelt Uruch unmittelbar am Rand der Sonnensteppe zurück. Völlig entsetzt muss er erkennen, dass sein Volk scheinbar über Nacht und ohne sichtbaren Anlass in die Primitivität zurückgefallen ist. Sie haben alles vergessen, selbst die einfachsten Dinge.

Nachdem er sich vom Schock erholt hat, setzt Uruc sich an die Spitze eines Rudels und macht sich mit Ihnen auf die Suche nach Uruchern, die wie er nicht alles vergessen haben, was zivilisierte Wesen von Tieren unterscheidet. Darüber hinaus hofft er die Ursache für die Katastrophe zu finden, sie zu beseitigen und sein Volk in die Zivilisation zurückzuführen.

Viele Lichtjahre entfernt auf dem Planeten Noos-Unos tief in der Sonnensteppe erscheint einer der unmittelbaren Helfer des Erleuchteten in einem einsam stehenden Turm. Er gibt sich den neun seltsamen Bewohnern nicht namentlich zu erkennen. Dafür verlangt er, dass die letzten lebenden Noos-Unos sich als Killerkommando an der Jagd auf den geheimnisvollen Eindringling namens Atlan beteiligen. Er durchstreift seit Wochen die Galaxie und stellt unerwünschte Fragen. Die Noos-Unos wagten einst selbst den Aufstand gegen den Erleuchteten und die neun Bewohner des Turms sind die letzten Überlebenden. Der Unbekannte verspricht ihnen, sie am Leben zu lassen, wenn sie ihn dafür den Kopf des Arkoniden bringen. Die Noos-Unos verfügen über fast magische Parafähigkeiten und halten sich daher für unbezwingbar. Die Aussicht darauf, die Freiheit zurückzugewinnen, beflügelt sie im Kampf gegen den Eindringling. Doch der Unbekannte warnt sie. Wenn sie versagen, haben die Noos-Unoser ihr Existenzrecht endgültig verwirkt und werden auf der Stelle hingerichtet.

Der Diener des Erleuchteten, der den Noos-Unosern als weißer Vogel in einer leuchtenden Sphäre erschien, begnügt sich nicht mit der Rekrutierung der Supermutanten, sondern aktiviert auch neun Kunstgeschöpfe, die er Wandler nennt. Bei den eigentlichen Wandlern handelt es sich um dunkelgrüne Krakenwesen mit Skorpionschwanz und langen Tentakelarmen. Sie sind etwa Menschengroß und hoch intelligent, aber auch Kunstgeschöpfe aus dem Labor, die nichts kennen außer dem bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Erleuchteten und dem absoluten Hass auf alles Fremde. Wie die Llodals entstanden sie als Fehlschöpfungen im Rahmen des Projekts EVOLO. Überleben können Sie nur innerhalb ihrer Robotkörper, die an schwebende Stahlsäulen oder riesige blauschwarze Kristalle erinnern und über Greifarme sowie alle nur denkbaren Arten von Waffen verfügen. Sie sollen ebenfalls an der Jagd auf Atlan teilnehmen. Auch ihnen verspricht der Unbekannte, sie am Leben zu lassen und ihnen die Freiheit zu geben, wenn sie den lästigen Arkoniden töten.

Auf dem Weg von einer Ruinenstadt zur nächsten stößt Uruc mit seinem Rudel aus verdummten Urucern immer wieder auf säulenartige Denkmälern aus blauschwarzem Kristall und Stahl. Als er sich eine dieser Säulen näher ansieht, stellt sich heraus, dass es sich bei ihr um eine der neun Wandler handelt. Uruc weiß nicht, was es mit den Wandlern auf sich hat und welchem Auftrag sie genau folgen. Das kann ihm auch herzlich egal sein, denn die Kunstgeschöpfe eröffnen die Jagd auf ihn und zerstören alles, was von der Zivilisation der Urucer noch übrig geblieben ist.

Atlan und seine Freunde durchstreifen die Sonnensteppe seit Wochen erfolglos auf der Suche nach einem Hinweis auf das MEMORIUM, das laut dem Weisen Modart die nächste Etappe auf dem Weg im Kampf gegen dem Erleuchteten sein soll. Dabei weiß der Arkonide so gut wie nichts über seinen Gegner und dessen Projekt EVOLO. Den Steppenforschern gelang es immerhin die Steppe soweit zu erforschen, dass ANIMA diese gefahrlos durchfliegen kann.

Nach etwa einem Monat steuert das lebende Raumschiff ANIMA den Planeten Uruch an, der sich bis vor kurzem am Rand der Sonnensteppe befand und nun von ihr vereinnahmt wurde. Kurz zuvor wurden die Bewohner von Unbekannten um ihre Psi-Potentiale beraubt und verdummt. Atlan und seine Freunde erwarten ein ähnliches Katastrophenszenario wie auf Jarade vorzufinden. Tatsächlich existieren auf Uruch nur noch klägliche Reste einer einst hochentwickelten Zivilisation. Die Natur in der Umgebung des Landeplatzes erscheint jedoch sehr idyllisch. Atlan und seine Freunde planen daher auf dem Planeten eine Ruhepause einzulegen und Urlaub zu machen.

Atlan und seine Freunde trennen sich dafür sogar und gehen vorübergehend eigene Wege. Kolport der hochgewachsene Muskelprotz mit dem zotteligen Haar schlägt sich allein durch die Wälder des Planeten, bis er ausgerechnet auf das Rudel von Uruc trifft. Dieses wird gerade von einem Wandler angegriffen. Der Weltraumbarbar vernichtet den Robotkörper des Wandlers mit seinen Waffen. Gegen den eigentlichen Wandler erweisen sich Kolports Energiewaffen jedoch als wirkungslos. Der Wandler greift ihn mit seinen Tentakeln an und droht Kolport zu erwürgen.

Der Arkonide durchstöbert eine Ruinenstadt und trifft dabei auf einen der verdummten Einheimischen. Wegen seiner großen, treuherzig guckenden Augen tauft Atlan den kleinwüchsigen Hominiden mit zotteligen Haar auf den Namen Gucky. Gemeinsam mit den Barbaren entdeckt der Unsterbliche eines der Raumschiffe der Noos-Unoser und schleicht sich in dieses hinein. Als er entdeckt, welchen Auftrag die Fremden haben, aktiviert er die Selbstzerstörungsanlage.
Uruc und seine Horde haben sich schon fast mit Kolports Tod abgefunden, da erscheint unvermittelt eine Frau aus dem Volk des Weltraumbarbaren und vernichtet den Wandler mit einem magischen Stein. Es dauert einige Zeit bis alle den Schrecken verdaut haben. Kolport ist erstaunt auf Uruch auf eine Frau seines Volkes zu stoßen. Doch diese weicht allen seinen Fragen aus. Er erfährt nur, dass sie Erlfret heißt und wie Kolport Abenteuer sucht, um sich zu beweisen.
Nach dem Anschlag auf eines der Noos-Unoser-Schiffe zieht sich der Arkonide zurück. Er begibt sich an Bord ANIMAS und versteckt sich mit dem lebenden Raumschiff auf dem Grund eines Sees. Einer der Wandler lässt sich jedoch nicht täuschen. Allerdings handelt es sich bei Wandler-7 um einen Abtrünnigen, der dem Arkoniden ein Bündnis anbietet.

Mit Hilfe Erlfrets gelingt es Uruc und Kolport für sich und ihre Begleiter ein vorübergehend sicheres Versteck in den Bergen zu finden. Im Lauf der Zeit schließen sich ihnen weitere verwilderte Urucher sowie die Steppenforscher Dhonat, Wasterjajn Kaz sowie Almergund und Duun an. Nach einigen Tagen wird jedoch auch dieses Versteck entdeckt und Ziel eines Großangriffs der Wandler. Die Steppenforscher und ihre Freunde überleben nur, weil sich einer der Wandler als der Rebell Wandler-7 erweist, der die übrigen Diener des Erleuchteten aus dem Hinterhalt angreift. Im Verlauf des Kampfes sterben jedoch Kolport und seine neue, barbarische Freundin.

Die überlebenden Steppenforscher gehen an Bord von ANIMA und verlassen mit dem lebenden Raumschiff und Atlan den Planeten. Dabei werden sie jedoch von zwei Raumschiffen der Noos-Unoser im Orbit von Uruch angegriffen. Erstmals gerät ANIMA ernsthaft an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Dem lebenden Raumschiff droht die Vernichtung.

Mit Ausnahme von Wandler-7 verlassen dagegen die überlebenden Wandler und die nicht an der Belagerung ANIMAS beteiligten Noos-Unoser den Planeten. Sie fliegen zum Turm auf Noos-Unos, um sich vom Diener des Erleuchteten ihre Belohnung abzuholen. Doch dieser zeigt sich ungnädig und vernichtet seine willigen Helfer, weil er sie nicht mehr braucht.

Wandler-7, der sich selbst nun „der Strahlende“ nennt und Uruc werden auf Uruch zeuge, wie die beiden Schiffe der Noos-Unoser und ANIMA während einer gewaltigen Explosion im Orbit einfach aus dem Weltraum verschwinden. Die Trümmer der Noos-Unoser-Schiffe stürzen in den Ozean. ANIMA, Atlan und die Steppenforscher gelten als tot oder verschollen.

Tatsächlich wurde ANIMA durch die Explosion lediglich in den Hyperraum geschleudert und stürzt nun sehr weit von Uruch entfernt in den Normalraum zurück. Atlan und die Steppenforscher erwachen im Halo und ganz auf der anderen Seite Alkordooms.

Handlungszeit:
November 3818 n. Chr.

Anmerkungen:
Der Roman beginnt als Komödie und endet als Tragödie. Ein bekanntes Muster, das alle vier Romane dieses Blocks um die Abenteuer Atlans in der Sonnensteppe prägt. Zusätzlich lockert H. G. Francis die Dramedy um den Planeten Uruch mit skurrilen bis albernen Slapstick auf. Von den Autoren dieses Blocks hat er mit dem in diesem Abschnitt verordneten Stil spürbar die größten Probleme.

Hinzu kommen Kontinuitätsbrüche, die selbst einem eher oberflächlichen Leser wie mir auffallen. So hat Wasterjajn Kaz alles vergessen, was er in den beiden vorherigen Romanen erlebt und über sein Volk erfahren hat. Auch seine Charakterentwicklung befindet sich wieder auf dem Stand von Atlan 687. Da dies keinem der anderen Protagonisten auffällt und Atlan sich auch nicht an die Ereignisse auf Jarade und Llodal erinnern kann, dürfte dies schlicht passiert sein, weil H. G. Francis selbst schlecht informiert war als er den Roman schrieb. Wobei unklar ist, ob H. G. Francis diese Informationen schlicht nicht gelesen hatte oder ob sie sogar bereits im Exposé fehlten.

Die wenigsten Protagonisten wachsen zudem im Roman über bloße Abziehschablonen hinaus. Ihre Charaktereigenschaften werden im Lexikonstil kurz erwähnt, aber nicht im Rahmen der Handlung gezeigt oder gar als Handlungselement genutzt. Dies gilt allerdings mit zwei Ausnahmen. Der Weltraumbarbar Kolport erhält in seinem letzten Abenteuer soviel Raum, wie in den drei Romanen zuvor zusammen und der Autor verpasst ihn zudem noch einen stimmigen Hintergrund, der leider nicht über das Muster für Klingonen-Statisten bei Star Trek-TNG hinausgeht. Erlfret ist schließlich nur die schlechte Karikatur einer prollig, grobschlächtigen Steinzeit-Emanze. Originell ist auch 30 Jahre später noch Wandler-7 alias „Der Strahlende“ – Für mich eine Art Dalek, der keine Lust hat, sich in einem Kamikazeeinsatz verheizen zu lassen und daher beschließt, auf die Seite Atlans zu wechseln. Schließlich gefällt sich Wandler-7 darin, sich von den Primitiven auf Uruch als Halbgott feiern zu lassen. Irritierend ist für mich, dass mir zur Beschreibung der Charaktere nur Bilder einfallen, die sich auf Klischees aus Fernsehserien beziehen, die H. G. Francis 1984 unmöglich schon gekannt haben kann.

Und wieder heißt es am Ende eines Abschnitts „Alles zurück auf Anfang!“ Wie viel von dem Erzählten für die weitere Handlung des Großzyklus von Bedeutung sein wird, darüber kann der Leser zu diesem Zeitpunkt weiterhin nur rätseln. Immerhin der erste Unterzyklus von „Im Auftrag der Kosmokraten“ nähert sich mit dem nächsten Abschnitt bereits seinem Ende.
Goettrik
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