Atlan 683: Das Fragmentwesen




Atlan 683: Das Fragmentwesen

Beitragvon Goettrik » 11.02.2018, 13:09

Atlan 683: Das Fragmentwesen ; Sein Ziel ist Rache / von H. G. Francis

Handlungszusammenfassung:

Das Minu-Cuzz hat Zulgea von Mesanthor Rache geschworen. Doch allein ist selbst der extrem starke Hypnosuggestor der Facette von Kontagnat nicht gewachsen. Der Androide benötigt die Unterstützung mindestens eines weiteren Fragments der früheren Facette Cuzz. Das Minu-Cuzz hat von Atlan jedoch erfahren, dass das Fract-Cuzz sich in relativer kosmischer Nähe befindet. Mit Hilfe telepathischer Signale ruft das Minu-Cuzz daher seinen „Bruder“ herbei.

Die Tage bis zum Erscheinen des Fract-Cuzz verbringt das Minu-Cuzz in den Ruinenstädten auf dem Kontinent Blumenwiese. Die letzten untoten Voorndaner haben sich dort inzwischen zu einer Bande zusammengeschlossen. Sie machen den Androiden für die Katastrophe verantwortlich und Jagd auf ihn. Gerade als es danach aussieht als wäre es ihnen wider Erwarten gelungen, dem Minu-Cuzz erfolgreich eine Falle zu stellen, erscheint das Fract-Cuzz. Die beiden Fragmente schließen sich zu einem neuen Superwesen zusammen und vernichten die Bande.

Das Cuzz tötet alle verbliebenen Voorndaner bis auf einen. Der letzte untote Ureinwohner von Voorndan alias New Marion fliegt das Superwesen mit einem Gleiter zu einem Hafen von Hain, dem Kontinent auf dem Planeten, auf dem die Celester ihr Reich gegründet haben. Der Voorndaner stirbt kurz darauf an den Folgen seiner Krankheit, doch das Cuzz hat in den Soldaten einer Zollstation bereits neue Diener gefunden, die es mittels Hypnosuggestion unterwirft.


Atlan hat bei den Celestern auf Hain längst eine neue Heimat gefunden und mit seiner neuen Lebensgefährtin Sarah Briggs und ihrem Großvater Benjamin B. Briggs eine neue Familie. Letzterer, der von Freund und Feind einfach nur Drei-B genannt wird, ist zudem das Oberhaupft der Celester und seit dem Aussterben der Voorndaner der Präsident des ganzen Planeten New Marion. Die von der Erde stammenden Siedler lassen sich von der Seuche, die ihre Nachbarn auf dem Kontinent Blumenwiese auf grausame Weise dahinraffte nicht beeindrucken. Den Umstand, dass sie gegen die Seuche immun sind, verbuchen die puritanischen Celester als Fingerzeig Gottes. Sie geben den Voorndaner selbst und ihrem gotteslästerlichen Lebensstil die Schuld, dass die Seuche die Ureinwohner binnen weniger Tage vollständig ausgerottet hat. Der Arkonide hat es längst aufgegeben, die Selbstgewissheit und den religiösen Fanatismus seiner neuen Freunde zu hinterfragen.

Eher aus Langeweile beginnt er in der Lebensgeschichte seiner neuen Lebensgefährtin herumzuschnüffeln. Er findet heraus, dass diese als Waise bei ihrem Großvater aufwuchs, da ihr Vater verstarb als sie noch ein kleines Kind war und ihre Mutter seitdem verschwunden ist. Schließlich existiert noch eine Tante von Sarah Briggs, die jedoch seit den mysteriösen Ereignissen, die zum Tod von Sarah Vater und zum Verschwinden von Sarahs Mutter führten, in einem Sanatorium für Geistigkranke lebt. Sie muss etwas gesehen haben, das ihren Verstand völlig vernebelt hat. Was damals geschah, kann Atlan jedoch nicht herausfinden. Drei-B hütetet dieses Wissen, wie ein gefährliches Staatsgeheimnis, nicht einmal Sarah selbst, hat je erfahren, was damals geschah.


Für die Umsetzung seines Rachplans ist das Cuzz auf die Unterstützung der Celester angewiesen. Es entscheidet, dass es unter seiner Würde wäre, diese und Atlan einfach um Hilfe zu bitten. Stattdessen beginnt es damit den Kontinent Hain zu unterwerfen. Als Hauptquartier wählt es ausgerechnet das Sanatoriums für Geistesgestörte aus. So gehört Sarahs Tante Flora Almuth zu den ersten Celestern, die vom Cuzz geistig unterworfen werden. Letztlich gelingt es nur Atlan und Arien Richardsons, der gegen die Kräfte des Cuzz immun ist, sich vom Einfluss des Androiden fern zu halten. Der Arzt Buster McMooshel, dessen Klink sich am anderen Ende des Kontinents liegt, analysiert Richardsons Gehirnwerte und entwickelt darauf basierend ein Medikament, gegen die hypnosuggestiven Fähigkeiten des Cuzz. Doch dieses Mittel kommt zu spät, um die Rachepläne des Cuzz zu stoppen. Der Androide erobert mit Hilfe mehrer Dutzend unfreiwilliger Anhänger das lebende Raumschiff ANIMA. Unter den Celester, die vom Cuzz beherrscht werden, befindet sich neben Flora Almuth auch ihre Nichte Sarah Briggs. Dieser Umstand hindert Atlan daran mit Gewalt gegen das Cuzz und seine Helfer vorzugehen. Schließlich gelangt auch das Raumschiff unter die Herrschaft des Androiden.

Als ANIMA startet, befinden sich neben dem Cuzz und seinen Hypno-Sklaven auch noch Atlan, Arien Richardson und Buster McMooshel an Bord. Der Arzt immunisiert als erstes Sarah Briggs mit seinem Medikament gegen die Einflüsterungen des Androiden. Danach folgen weitere Besatzungsmitglieder. Endlich erprobt er das Medikament auch an ANIMA, die daraufhin dem Cuzz den Gehorsam verweigert und einfach auf einen nahe gelegenen Planeten landet.

Am dem Planeten Morrbatt gelingt es Atlan letztlich auch den Rest der Besatzung vom Einfluss des Androiden zu befreien. Dieser wählt schließlich den Freitod. Zuvor verpflichtet er als letzten Willen Atlan jedoch dazu, seinen Racheplan an Zulgea von Mesanthor für ihn zu vollenden. Außerdem schenkt es Flora Almuth ein goldenes Stirnband, der sogenannte Psi-Spalter, der die Quelle seiner überragenden Parafähigkeiten. Als Fora sich das Band überstreift, wird sie zur Überraschung Sarahs und Atlans wieder geistig gesund. Sie beschließt sich der Expedition Atlans zum Planeten Crynn, dem Herrschaftssitz Zulgeas als Facette Kontagnats, anzuschließen.

Im Geiste schmiedet Atlan bereits Pläne für die Zukunft. Doch zunächst werden die vom Cuzz entführten Celester an Bord des Flaggschiffs der celestischen Flotte, der PENNSYLVANIA, zurück nach New Marion gebracht. Drei-B fand Morrbatt sehr schnell, da er bereits lange vor dem Start des lebenden Raumschiffs einen Peilsender in ANIMA platziert hatte.

Handlungszeit: 3818 n. Chr.


Anmerkungen:
Der Auftaktband des neuen Viererblocks schließt nicht nur die meisten offenen Fragen des letzten Blocks ab, sondern gibt auch gleich das Thema der nächsten Hefte vor. Im Grunde bilden die Hefte 679 bis 686 einen Achterblock mit überraschenden Ausgang. Stilistisch schließt der Roman direkt an den düsteren und leider etwas chaotischen Doppelband von H. G. Ewers mit seiner ausgeprägten Endzeitstimmung an. Die scheinbar belanglose Seifenoper um die verschollene Marie Almuth, wird in kürze noch von überraschender Bedeutung für die Handlung sein.

Schwer im Magen lag mir in den letzten drei Heften das Schicksal der Voorndaner, die ein nur schlecht getarntes Indianer-Klischee darstellten. Auch die Mischung aus Arroganz, Selbstgewissheit und religiösen Wahn, der ultrapuritanischen Celester hat mich gestört. Vor allem da New Marion die neue Heimat Atlans werden sollte und die Fanatiker eigentlich als positive Identifikationsfiguren für die Leser gedacht sind oder zumindest diesen Eindruck erwecken.
Goettrik
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